Am 18. Oktober 1386 wird mit einer feierlichen Messe in der Heiliggeistkirche die Universität eröffnet. Am Anfang hat sie vier Lehrer, darunter Marsilius von Inghen, der zum ersten Rektor gewählt wird.
Marsilius, ein angesehener und erfahrener Gelehrter, ist in Paris schon zwei Mal Rektor gewesen. Kurfürst Ruprecht der Erste beauftragt ihn, die Universität Heidelberg nach dem Vorbild der berühmten alten Pariser Universität einzurichten.
Ein großes Ziel in einer kleinen Residenzstadt wie Heidelberg! Bei allem Respekt vor den Gründungsvätern – wahrscheinlich ist der Erfolg eher der politischen Großwetterlage zu verdanken:
Seit einigen Jahren gibt es zwei Päpste, weil man sich nicht auf einen einigen konnte. Der französische König unterstützt den einen Papst, die deutschen Fürsten den anderen. Damit standen die deutschen Universitätsangehörigen in Paris vor Problemen.
Eine neue Universität auf deutschem Boden ist für Marsilius und viele Studenten eine willkommene Lösung. Dazu kommt noch, dass sich die Böhmen in Prag gegen die Unterdrückung durch die Deutschen wehren. Viele Deutsche verlassen deswegen die Prager Universität und kommen ebenfalls nach Heidelberg. Stolze 600 Einschreibungen verzeichnet die junge Hochschule.
Allerdings werden in den folgenden Jahren in Köln, Erfurt, Leipzig und anderen deutschen Städten weitere Universitäten gegründet. Heidelberg bleibt mit jährlich einhundertfünfzig Neueinschreibungen eine der kleineren Universitäten im Reich.