Die Stadt Heidelberg
 
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Wien, Paris, Prag: Ruprecht hat große Vorbilder und Konkurrenten. Diese Städte haben mindestens fünf Mal so viele Einwohner wie Heidelberg und bieten schon früh, was sich die Zeitgenossen unter einer richtigen, ansehnlichen Stadt vorstellen. Dazu gehören die Lage in einer schönen Landschaft, viele großartige Gebäude und viele tüchtige Bürger, die Handel oder Wissenschaft betreiben.

Fast zweihundert Jahre nach Gründung der Universität zeigt Sebastian Münster ein Bild der kleinen Residenzstadt Heidelberg in seinem Buch mit dem Titel: „Cosmographia: eine Beschreibung der ganzen Welt mit allem, was darinnen ist".

Das Bild zeigt die geradezu ideale Lage Heidelbergs zwischen Fluss und Bergen. Es gibt ein großes, prächtiges Schloss, die Heilig-Geist-Kirche für die Grablege der Kurfürsten und die Kirche St. Peter für die Angehörigen der Universität. Groß ist die Stadt noch immer nicht. Die Universität hat sich gehalten, wenn auch immer wieder von Pest, Krieg und Krisen geschüttelt. Ein Universitätsgebäude ist 1550 noch nicht zu sehen, es entsteht erst später. Anfangs fanden die Veranstaltungen in Klöstern statt, zum Beispiel in dem der Barfüßer.

Und in Gebäuden der Judengemeinde. Denn 1391, fünf Jahre nach der Universitätsgründung, hatte Ruprecht der Zweite die Judengemeinde aus der Stadt vertrieben und ihre Gebäude der Universität zur Verfügung gestellt.