Das Heidelberger Schicksalsbuch
 
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In der Renaissance versucht man zunehmend, die Dinge in der Welt zu kategorisieren, Bezüge herzustellen, eben nach damaligem Verständnis Wissenschaft zu betreiben. Die Astrologie ist ein wichtiger Teil dieses Versuchs, ein neues Weltbild aufzubauen. Und die Astrologie wird von Herrschern zu Rate gezogen, wenn es um politische Entscheidungen geht.

Das Heidelberger Schicksalsbuch, auch „Geomantisch-Astrologisches Schicksalsbuch“ genannt, entsteht um 1490 und ist prächtig ausgestattet: mit wertvollen Farben und Blattgold. In ihm sind verschiedene Kalender, Tabellen und Wahrsagetexte so ineinander gefügt, dass man nicht nur die Termine für Vollmond und Neumond bestimmen kann, sondern selbst den Charakter eines Neugeborenen. Je nach den Geburtsumständen wird es dann zum Beispiel ein Geistlicher, ein Müßiggänger oder ein Fechter.