Die Zepter
 
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Ob Richterstab, Bischofstab oder Königszepter: Kostbar ausgestaltete Stäbe gelten seit jeher als Zeichen von Hoheit und Macht. In den Statuten der Universität Wien von 1385 heißt es:

„Der Rektor ziehe öffentlich auf unter Vorantritt der Universitätspedelle mit den Zeptern, zumal wenn er allgemeine Angelegenheiten der Universität vertritt.“

Auch intern gibt es genug feierliche Anlässe, das Zepter zur Hand zu nehmen: so die Aufnahme der neuen Studenten oder die Verleihung der Doktorwürde. Nicht nur der Rektor leistet sich so ein teures Stück, auch für die einzelnen Fakultäten sind immer wieder eigene Zepter nachweisbar.

Im Alltag werden sie von den Pedellen benutzt: den Ordnungshütern der Universität. Sie sollen damit die Disziplin in den Vorlesungen aufrechterhalten. Anscheinend hat sich mancher Pedell nicht gescheut, das kostbare Zepter bei Bedarf wie einen Gummiknüppel einzusetzen. Dementsprechend oft müssen die Zepter repariert werden.

Die Inschrift am hinteren Zepter in der Vitrine wurde anlässlich der Reparatur von 1581 angebracht und erinnert an Marsilius, den Gründungsrektor der Universität.

Das Bild auf dem Display zeigt einen feierlichen Zug zum Heidelberger Universitätsjubiläum von 1961, bei dem ebenfalls die Pedelle die Zepter vorantragen.