Wir schreiben das Jahr 1613: Der junge Kurfürst Friedrich der Fünfte heiratet die englische Prinzessin Elisabeth Stuart und ist, was bei den üblichen politischen Hochzeiten eher selten geschieht, ganz verliebt in sie. Stadt und Universität Heidelberg bereiten dem jungen Paar einen glanzvollen Empfang.
Jede der vier Fakultäten hat eine Ehrenpforte gebaut, durch die der Festzug hindurchzieht. Dabei wird Musik gespielt, und der Knabe in der linken Pforte überreicht dem Brautpaar Blumen und Südfrüchte.
Danach jedoch folgen zwei schwere Jahrhunderte für die Universität. Ab 1618 bekriegen sich die katholischen und evangelischen Mächte in Europa dreißig Jahre lang. Söldner, Pest und Hunger beuteln die Bevölkerung. Der Universitätsbetrieb wird eingestellt. 1622 wird die berühmte Universitätsbücherei, die Bibliotheca Palatina, in 182 Kisten zum Papst verfrachtet.
Zum Glück, wie sich später herausstellt: Denn im nächsten Krieg brennen französische Truppen fast die ganze Pfalz und auch Heidelberg nieder.