1886 wird das 500-jährige Jubiläum der Universität groß gefeiert. Sonderzeitungen und eine Festchronik ehren mit Berichten und Gedichten Persönlichkeiten aus der Geschichte und verherrlichen gleichzeitig das bestehende Kaiserreich.
So heißt es in dem Gedicht „Heidelbergs Gründung“:
Der Kurfürst Ruprecht von der Pfalz
Rief seinen Kanzler her
Und fraget ihn, wo er denn als
Student gewesen wär.
Nachdem der Kanzler ausgiebig von seinem Studentenleben in Wien, Paris und Prag berichtet hat, heißt es:
Da rief der Kurfürst: Komm zum Schluß,
Ich danke für die Lehr!
Nun schaff‘ mir den Marsilius
Rasch aus Paris hierher,
Er richte Fakultäten ein,
Mit Weisheit und Verstand –
Mein Heidelberg muß Hochschul sein
Für‘s deutsche Vaterland! Heidi, heida!
In einem Festzug lässt man Menschen der Vergangenheit ebenso lebendig werden wie allegorische Figuren in aufwändiger Kostümierung. Die Stadt ist festlich geschmückt und die Alte Aula erhält eine neue Ausstattung, deren Bilder und Inschriften die ruhmreiche Vergangenheit der Universität darstellen.