Der Fall Gumbel
 
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Die Mehrheit der politisch aktiven Professoren engagiert sich zwar für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus, distanziert sich allerdings von Sozialisten und Pazifisten.

Die Mehrheit der politisch aktiven Studenten hingegen ist nationalistisch, antisemitisch und rechtsextrem. Einig sind sich jedoch fast alle darin, dass die Soldaten des ersten Weltkrieges als Helden für ihr Vaterland gestorben seien.

Emil Julius Gumbel, Privatdozent für Statistik, ist Mitglied der Deutschen Liga für Menschenrechte. Er wandelt sich zum radikalen Pazifisten, nachdem er am Ersten Weltkrieg als Freiwilliger teilgenommen hatte. Mehrfach betont er öffentlich, dass der Tod eines Soldaten auf dem Schlachtfeld doch eher grässlich als ehrenhaft sei.

1932 wird diskutiert, wie man ein Kriegsdenkmal gestalten könne. Gumbel erinnert sich an den Hungerwinter 1916/17, in dem es außer Kohlrüben nichts zu essen gab. Und er schlägt vor, man solle eine riesige Kohlrübe als Denkmal aufstellen.

Rechtsextreme Studenten hatten schon vorher gegen Gumbel gehetzt. Nun setzen sie durch, dass der Senat ihm die Lehrerlaubnis entzieht.