Schon von weitem ist der auf der Frankenhöhe stehende Turm der evangelischen Kilianskirche von Markt Erlbach zu sehen. Seine Helmbekrönung hat die Form eines Adlers, der mit gespreizten Flügeln der Sonne entgegenfliegt.
Der Adler wurde 1793 von König Friedrich Wilhelm dem II. von Preußen der Kirche von Markt Erlbach gestiftet. Er symbolisierte die Zugehörigkeit des Marktes zum Preußischen Staat.
Im Webmusterbuch der Familie Gießberger heißt es:
„Anno 1793 den 10.9. ist unser Turm verfertigt worden, mit Schiefer gedeckt worden und mit dem schwarzen Adler nebst der Sonnen auf dem Adler gemacht. In der ganzen Pfarrgemeinde rumgetragen und allhier mit Musikanten herumgezogen.“
Allerdings befindet sich heute nicht mehr das Original auf dem Turm. Es wurde 1953 von einem starken Sturm heruntergerissen und von der Firma Robert Lößlein erneuert.
Lange Zeit war das Original verschollen. Erst in den 1970er Jahren wurden die Einzelteile beim Ausbaggern des Sees in der „Weed“ gefunden. Der Markt Erlbacher Erich Ebert setzte die Teile in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammen. Und Josef Kühnel ließ die Sonne vergolden. Seit dieser Zeit steht das ehemalige Hoheitszeichen dem Museum als Ausstellungsstück zur Verfügung.