Im Jahr 1949 ärgerte sich ein Bauer aus Altselingsbach über die vielen Steinbrocken, die er beim Pflügen seines Ackers zu Tage förderte. Er schaffte sie nach Hause, wohl in der Absicht, sie einmal als Baumaterial zu verwenden.
Ein Markt Erlbacher Bürger, Herr Walter Wondra, kam auf seiner Wanderung am Hof vorbei und betrachtete die Steine genauer. Dabei bemerkte er seltsame Reliefs auf mehreren dieser Sandsteinplatten. Er zog den damals in Markt Erlbach praktizierenden Arzt und aktiven Heimatkundler Dr. Richard Metzner zu Rate. Die beiden sicherten sich die markantesten Steine und ließen sie von Prof. Florian Heller aus Erlangen wissenschaftlich untersuchen.
Dieser stellte fest, dass es sich bei den Abdrücken um Fährten der Füße von Dinosauriern und Chirotheriden, also Echsen- und Vogelbeckensauriern, handelt. Sie sind vor etwa 235 bis 140 Millionen Jahren entstanden. Fortan wurden diese Spuren „Chirotherium wondrai Heller“ und „Coelurosaurichnus metzneri Heller“ genannt.
Die Tiefe der Abdrücke verrät das Gewicht der Tiere. Die Geschwindigkeit der einzelnen Reptilien ergibt sich aus der Stellung und den einzelnen Abständen der Fußspuren. Abdrücke von nur den Hinterbeinen zeigen die Fähigkeit der Tiere, sich aufrecht auf zwei Beinen zu bewegen.
Eines der Reptilien, das Chirotherium wondrai Heller, entwickelte sich weiter auf dem Land. Der Coelurosaurichnus metzneri Heller hingegen wurde zum Vogel.
Heute werden die besten Exponate in einem Museum in München aufbewahrt. Und wie eine Anfrage belegt, sind die Namen der Fährten sogar in Amerika bekannt.