Raum 9 – Schlafkabinett
 
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Das Himmelbett stammt von der Familie Däumler aus Dachsbach und ist ein Geschenk an den Heimatverein. Es wurde mit einem Aufwand von 1700 DM restauriert.

Die Holzplatte als „Himmel“ bot Schutz vor der Spreu, die durch die Ritzen des Getreidebodens herabrieselte, der sich über der Schlafstube befand.

Wenn der Bauer abends ins Bett ging, legte er den Inhalt seiner Hosentaschen und vor allem seinen Geldbeutel oben auf das Dach. Daraus entwickelte sich das bekannte Sprichwort „etwas auf die hohe Kante legen.“

Die grün und rot bemalte Truhe mit Blumenornamenten trägt die Initialen „ECS“ und die Jahreszahl „1775“. Sie hat ein handgeschmiedetes, einrastendes Schnappschloss und lässt sich nur mit Schlüssel öffnen.

In einer solchen Truhe wurden alle für die Familie kostbaren Sachen aufbewahrt. Der Boden der Truhe war oft mit einem Hundefell ausgelegt, das bei gut gefüllter Truhe nicht zu sehen war. Musste die Truhe aufgrund von Notlagen geleert werden, blieb nur noch das Fell übrig und man „war auf den Hund gekommen“.

In den Schränkchen an der Wand sind Patenbriefe zu sehen.

Die Konfirmation hatte früher einen großen Stellenwert für die Jugendlichen. Die Kindheit war abgeschlossen und aus der Schule heraus traten sie in die Arbeitswelt der Erwachsenen ein. Fortan waren sie vollwertige Mitglieder der Kirchengemeinschaft.

Mit einem Patenbrief auf geschmücktem Papier bedankte sich der Konfirmand bei seinem Patenonkel für die Patenschaft. Umgekehrt erhielt der Konfirmand von seinem Patenonkel das Patengeschenk.

Die Plicht des Paten, bei Notfällen in die Erziehung einzugreifen, war mit der Konfirmation beendet.