Raum 10 – Tante Emma Laden
 
Impressum
 
1 
2 
3 
 
4 
5 
6 
 
7 
8 
9 
 
0 
 
 
Deutsch English français
×
Deutsch English français

Auf dem Land war es üblich, die Nahrungsmittel, die man nicht selber durch Hausschlachtung und Anbau im eigenen Garten gewinnen konnte, im örtlichen Tante Emma Laden zu kaufen. Das waren zum Beispiel Waren aus den Kolonien, wie Kaffee, Kakao, Tee, Sago, Südfrüchte oder Gewürze. Die kleinen Einzelhandelsgeschäfte hießen daher oft auch Kolonialwarenladen.

Übrigens: Das Wort Laden ist ein Verwandter der „Latten“. Aus Latten bzw. Brettern baute man ursprünglich die Verkaufsstände auf.

Der Tante-Emma-Laden war häufig ein Gemischtwarenladen, wo man auch Seife und Putzmittel, Haushalts-, Kurz- und Schreibwaren kaufen konnte – und natürlich auch die neuesten Nachrichten erfuhr. Die Kunden hatten ein vertrautes Verhältnis zum Ladenbesitzer: Man kannte sich und wer den Geldbeutel vergessen hatte, der konnte anschreiben lassen.

Die Ausstellungsstücke stammen aus einem Teil der Einrichtung des 1876 von Johann Georg Hitz und seiner Ehefrau Anna Margarete eröffneten Geschäftes in Markt Erlbach, Hauptstraße 80 – heute Hausnummer 26. Seit dieser Zeit blieb der Laden im Familienbesitz. Um 1920 übernahm ihn der Schwiegersohn Georg Nicol mit seiner Ehefrau Maria Margarete bis zum Jahr 1967. Nach Georgs Tod folgte Maria Dorn aus Köln, ebenfalls eine Nachkommin der Familie. Sie betrieb das Geschäft bis zur Auflösung 1986.

So wurde auch der letzte Tante Emma Laden in Markt Erlbach ein Opfer der fortschreitenden Entwicklung.

Aus einem noch vorhandenen Rechnungs- und Wareneingangsbuch aus den Jahren 1877 bis 1891 ist ersichtlich, dass 135 Lieferanten und Fabrikanten das Geschäft in dieser Zeit belieferten. Es wurden alle nur denkbaren Waren geführt: Metall- und Eisenwaren vom Schuhnagel bis zur Bratpfanne, Haushaltsgegenstände, Porzellan, Geschirr, Teller und Tassen, Lebensmittel, Rauchwaren oder Wein.