Der Wagner baute Wagen, Karren und Schlitten. In der Regel arbeiteten Wagner eng mit den örtlichen Grobschmieden zusammen, aus deren Werkstätten eiserne Teile für Werkzeuge, Radreifen und andere Beschlagteile stammten. Die Wagner stellten auch landwirtschaftliches Gerät her: Rechen, Leitern oder Pflüge.
Zu ihrem Handwerkszeug gehörten Beitel und Bohrer, Drechsel, Zieheisen, Hobel und Messer. Außerdem standen in der Wagnerei eine Hobelbank, eine Felgenbank zum Einspannen der Felgenrohlinge, Montageböcke für Wagen und Kutschen sowie eine Drechsel- und Drehbank.
Weil sich im Spätmittelalter der Warenhandel steigerte und mit ihm der Bedarf an Frachtwagen, blühte das Wagner- oder Stellmacherhandwerk auf.
In einer Bilderfolge an der Wand zeigt uns Leo Schwemmer aus Neuhof die Entstehung eines Wagenrades. Er war einer der letzten seiner Zunft in unserem Gebiet.
Das Metallspeichenrad mit Gummibereifung läutete ab den 1880er-Jahren das schleichende Ende des Handwerks ein. Hölzerne Hand- und Leiterwagen sowie Schubkarren blieben dennoch bis ins frühe 20. Jahrhundert Erzeugnisse des Wagners. Der letzte Wagner von Markt Erlbach rettete sein handwerkliches Können mit dem Betrieb eines Sägewerks. Vor etwa zehn Jahren jedoch stellte auch er seine Maschinen ab.