Der Reformator Caspar Löner ist als Begleiter Martin Luthers bekannt. Löner kam 1493 in Markt Erlbach zur Welt. Als Fünfjähriger trat er ins Kloster Heilsbronn ein. Durch ein Stipendium seines Abtes Sebaldus Bamberger konnte Löner 1508 ein Studium der Theologie an der Universität Erfurt aufnehmen. Als sein Förderer 1518 starb, musste er die Universität verlassen.
Löners geistliche Tätigkeit begann 1520 als Pfarrvikar in Nesselbach und als Frühmesner des Klosters in Birkenfeld. Die Taufe führte er in deutscher Sprache durch und er ließ Luthers Kirchenlieder singen. Deshalb wurde er als Pfarrvikar an die St. Michaelis Kirche in Hof versetzt. 1526 musste er auch Hof verlassen und ging nach Wittenberg, wo er sein Studium bei Martin Luther fortsetzte. Ein Jahr später fand Löner in Oelsnitz eine Anstellung als Prediger.
Caspar Löner wirkte im Sinne Luthers: Er erweiterte Luthers Liederkanon durch mehr als 40 eigene Dichtungen. Luthers Kirchenordnung überarbeitete und ergänzte er mehrfach. Für Unterricht und Gottesdienst fasste Löner wichtige Glaubensinhalte in einem Katechismus und dem Gesangbüchlein „Gantz newe teutsche Hymnus un gesang“ zusammen.
Anfang 1528 trat Caspar Löner erneut ein Pfarramt an der St. Michaelis-Kirche in Hof an. Wieder taufte er nicht auf Latein, sondern auf Deutsch, und setzte deutsche Kirchenlieder ein, um der Gemeinde die Grundlagen des Glaubens zu vermitteln. Gemeinsam mit dem Reformator Nikolaus Medler hielt er am 5. September 1529 die erste deutsche Messe. Wegen dieses aufrührerischen Verhaltens mussten beide Hof verlassen.
Löner predigte schließlich als Gastpfarrer an der Thomaskirche in Leipzig und erhielt 1542 einen Ruf als Domprediger nach Naumburg. Von dort wurde er nach Nördlingen berufen, wo er das noch ungeordnete kirchliche Leben gestalten sollte. Schnell baute Caspar Löner ein eigenständiges Kirchenwesen auf – doch konnte er sich nicht lange daran erfreuen: Am 5. Januar 1546 raffte ihn eine Kolik dahin.