Johann Lorenz Kreul wurde am 10. Dezember 1764 in Markt Erlbach geboren. Das Maltalent soll ihm bereits in der Wiege gelegen haben. Man sagt, er habe sich in jungen Jahren Pinsel aus Birkenzweigen gefertigt und Vögel originalgetreu gemalt.
Ein Lehrer Kreuls entdeckte das Maltalent des Jungen. Er sorgte dafür, dass Kreul Unterricht bei Friedrich Gotthard Naumann erhielt, der als Hofmaler in Ansbach wirkte. Kreul wurde Naumanns bester Schüler. Das Studium der Malerei konnte er an der Zeichenakademie in Nürnberg bei dem Zeichner und Kupferstecher Johann Sigmund Zwinger fortsetzen.
Im Jahr 1800 heiratete Kreul Sophia Friederica Schubart. Ihr 1803 geborener Sohn Carl absolvierte später eine Ausbildung zum Maler an der Kunstakademie in München. Aus seiner Hand stammt das Porträt des berühmten Findelkindes Kaspar Hauser.
1807 zog die Familie nach Nürnberg. Johann Lorenz Kreul stieg zum begehrten Kunst- und Porträtmaler auf: Seine Auftraggeber waren die Fürstenhöfe von Ansbach und Bayreuth sowie die verschiedenen Herrschaftssitze rund um Markt Erlbach. In München malte Kreul Königin Therese, die Frau König Ludwigs des I. von Bayern, mit einer Tiara. Er stellte das Bild in der 6. Kunstausstellung der Münchner Kunstakademie aus. Nun kamen international bekannte Modelle auf ihn zu: Kreul malte Jean Baptiste Bernadotte, den späteren König von Schweden, Graf Hardenberg und den Schriftsteller Jean Paul.
Trotzdem hielt der Künstler weiterhin Menschen aus seiner Heimatstadt in Pastell fest: 1822 entstanden die Porträts von Johanna Elise Oetter, der Enkelin des Markt Erlbacher Pfarrers Samuel Wilhelm Oetter, und von ihrem Mann Georg Samuel Kahr. Johann Lorenz Kreul starb am 15. September 1840 und wurde auf dem Friedhof St. Johannis in Nürnberg beigesetzt.